Rein
wissenschaftlich betrachtet, ist die äthiopische Kaffeepflanze
die genetische Urmutter des weltweit angebauten Kaffees. Wie
sie entdeckt wurde, erzählt in Äthiopien bis heute
die folgende Legende: Irgendwann zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert
lebte in Kaffa
der Ziegenhirte Kaldi. Seine Ziegen knabberten eines Tages am
Waldrand an Sträuchern herum. Nach einiger Zeit fingen
die Tiere an, herumzuhüpfen und unruhig herumzulaufen.
Kaldi hielt Nachschau und kostete ebenfalls von den Beeren.
In leicht euphorischem Zustand traf ihn danach ein Mönch
aus einem nahegelegenen Kloster an. Der wiederum kaute ebenfalls
ein paar Beeren und hielt daraufhin frisch und munter eine längere
Gebetsstunde ab.
Bald delektierten sich auch die anderen Mönche an den Beeren,
um die langen Andachten besser zu bewältigen. Und so breitete
sich der Kaffee ab dem 11. Jahrhundert bis zum Jemen aus, wo
er die arabische Bezeichnung „Qahweh“, das frühe
Wort für Kaffee, erhielt. Von dort aus – und deswegen
erhielt diese Sorte wahrscheinlich auch den Beinamen „arabica“
– startete er seinen Siegeszug um die Welt. Es dauerte
noch bis zum 13. Jahrhundert, als man entdeckte, dass der Kaffee
geröstet und aufgebrüht wohl am bekömmlichsten
zu genießen ist. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert.
Noch heute wird aber von Teilen der Bevölkerung in der
Region Kaffa der Kaffee in Form von zerquetschten Kaffeebeeren,
die mit klarer Butter vermengt werden, genossen. Übrigens:
Kaffee
ist nach Erdöl das Welthandelsprodukt Nummer zwei. Rund
400 Milliarden Tassen des edlen Gebräus werden jährlich
getrunken. In Österreich werden statistisch derzeit 8,1
kg Kaffee pro Kopf und Jahr konsumiert.