In
unseren Breiten ist es üblich, Kaffee von einer Maschine
herstellen zu lassen.
Egal ob Filterkaffee oder Espresso:
auf Knopfdruck und fast immer und überall, ist Kaffee in
allen nur denkbaren Zubereitungsarten und Geschmacksvarianten
zu haben. In seiner Urheimat Äthiopien wird Kaffee, dort
„Bunna“ genannt, immer noch im Rahmen einer feierlichen
Zeremonie zubereitet. Und die kann mitunter mehrere Stunden
dauern. Die Frau des Hauses, ganz in Weiß gekleidet, streut
dazu zuerst frisches Gras und Blumen im Zimmer aus, um die Natur
ins Haus zu holen. Danach beduftet sie die Räume mit frisch
gezündetem Weihrauch.
In
einer Pfanne werden nun die noch grünen Kaffeebohnen über
Holzkohlefeuer geröstet.
Die Hausfrau hält ihren Gästen die Pfanne kurz vor
Beenden des Röstens unter die Nase, um sie auf den bevorstehenden
Kaffee-Genuß
einzustimmen. Haben die Bohnen den richtigen Bräunungsgrad
erreicht, werden sie in einem Mörser mit einem Stößel
fein zermahlen. Das so gewonnene Kaffeepulver wird in eine bauchige
Kanne aus Keramik gegeben und mit kochendem Wasser darin aufgegossen.
Der fertige und sehr starke „Bunna“ wird mit Zucker
gesüßt und, nach Wunsch mit Milch oder Tee vermengt,
aus kleinen Trinkschalen gereicht.
Sobald die erste Portion Kaffee getrunken ist, stellt die Gastgeberin
aus dem Kaffeesatz in der Kanne einen zweiten Aufguß her.
Auf Wunsch der Gäste kann auf diese Weise auch noch eine
dritte Runde Kaffee hergestellt werden. Ein altes äthiopisches
Sprichwort besagt, dass der erste Kaffee für die Väter,
der zweite für die Mütter und der dritte für
die Kinder getrunken wird.